Was ist eine Dividende? Einfach erklärt
Eine Dividende ist ein Anteil am Gewinn eines Unternehmens, der an die Aktionäre ausgezahlt wird. Sie stellt eine Rendite auf [...]
Zum ArtikelZwischen der Geburt eines Kindes und seinem 18. Geburtstag liegen 216 Monate. Die österreichische Bundesregierung will, dass Eltern diese Zeit künftig am Kapitalmarkt nutzen können – in einem eigenen Depot auf den Namen des Kindes. Nach den bisherigen Plänen sollen die Erträge von der Kapitalertragsteuer befreit sein.1, 2 Der Name des Vorhabens: Zukunftsdepot.
Seit Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) die Idee am 31. August 2026 im ORF-Sommergespräch vorgestellt hat1, sind laufend neue Details dazugekommen. Einige davon sind konkret, andere werden noch verhandelt, und beim Starttermin ist sich die Koalition uneins.2 Hier lesen Sie, was angekündigt ist und welche Fragen noch offen sind.
Stand: 11. September 2026. Das Zukunftsdepot ist ein politisches Vorhaben. Die gesetzliche Ausgestaltung durch Familien- und Finanzministerium steht noch aus.³ Alle Angaben in diesem Artikel beruhen auf den bisherigen Ankündigungen.
Das Wichtigste in Kürze
Geplanter Start ist der 1. Jänner 2027, das Finanzministerium hält diesen Termin für technisch kaum umsetzbar
Das Zukunftsdepot ist ein geplantes, steuerlich begünstigtes Wertpapierdepot für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre. Eltern sollen darin für ihr Kind Geld anlegen können, ohne dass auf die Erträge Kapitalertragsteuer fällig wird.1 Regulär beträgt die KESt auf Wertpapiererträge in Österreich 27,5 %.4 Alle Erträge, die nach Vollendung des 18. Lebensjahr erwirtschaftet werden, unterliegen voraussichtlich der Kapitalertragsteuer.
Eröffnet werden soll das Depot bei teilnehmenden österreichischen Banken. Es läuft auf den Namen des Kindes.2 Laut einem Medienpapier des Bundeskanzleramts soll es spesen- und gebührenfrei sein. Das erklärte Ziel ist der langfristige Vermögensaufbau für die nächste Generation.1
Stocker hat das Zukunftsdepot gemeinsam mit einem zweiten Vorhaben vorgestellt, einem staatlichen „Zukunftsfonds“ zur langfristigen Absicherung der Pensionen. Das Zukunftsdepot überträgt diesen Gedanken auf die individuelle Ebene – mit einem eigenen Depot pro Kind.1
„Noch immer sind wir ein Land des Sparbuchs“, sagt Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP).5
Genau hier setzt das Zukunftsdepot an. Die Regierung verbindet damit mehrere Ziele.
Startkapital fürs Erwachsenenleben. Nach Stockers Vorstellung sollen Eltern ihren Kindern einen finanziellen Grundstock mitgeben können, etwa für eine Ausbildung, eine Unternehmensgründung oder die Anzahlung für das erste Eigenheim. Aus kleinen monatlichen Beträgen könnten über die Jahre große Chancen werden, so der Kanzler.6 jedoch bergen Investitionen am Kapitalmarkt auch Verlustrisken.
Kapitalmarkt für alle. Hattmannsdorfer betont, dass Vermögensaufbau kein Privileg für Gutverdienende sein dürfe. Das Zukunftsdepot soll jedem Kind die Chance geben, früh am Kapitalmarkt und damit an der wirtschaftlichen Entwicklung teilzuhaben.5
Mehr Finanzbildung. Wer sich mit unterschiedlichen Anlageformen beschäftigt, lernt laut dem Wirtschaftsminister auch, Chancen und Risiken besser einzuschätzen.5
Als Vergleich nennt Hattmannsdorfer Deutschland, wo mit 1. Jänner 2027 das Altersvorsorgedepot starten soll. Beide Modelle verfolgen aus seiner Sicht dieselbe Stoßrichtung: den Kapitalmarkt stärker für die breite Bevölkerung zu öffnen.5
Familienministerin Claudia Bauer (ÖVP) hat die Eckpunkte am 3. September 2026 vor Journalistinnen und Journalisten erläutert.7 Geplant ist demnach Folgendes.
Wertschwankungen und Verlustrisiken gehören dazu. Bauer betonte, man wolle die Chancen des Kapitalmarkts nutzen, eine Garantie auf Erträge soll es ausdrücklich keine geben.2
Rechenbeispiele des Bundeskanzleramts
Wie viel über 18 Jahre zusammenkommen kann, hat das Bundeskanzleramt mit einer angenommenen Rendite von 7 % pro Jahr durchgerechnet.2
| Einzahlung | Depotwert nach 18 Jahren | davon KESt-Ersparnis |
|---|---|---|
| 25 € pro Monat | 12.600 € | 1.800 € |
| 50 € pro Monat | 23.400 € | 3.300 € |
| 5.000 € pro Jahr (Maximum) | 180.000 € | 24.750 € |
Quelle: Rechenbeispiele des Bundeskanzleramts bei angenommenen 7 % Rendite pro Jahr, zitiert nach APA/Salzburger Nachrichten, 3. September 2026.2
Die 7 % sind eine Modellannahme, keine Prognose und vergangene Wertentwicklung sind kein verlässlicher Indikator für die zukünftige Wertentwicklung. Das Brutto-Endvermögen ist nicht garantiert und die steuerliche Behandlung kann sich jederzeit ändern. Aktienmärkte schwanken, einzelne Jahre können deutlich im Minus enden, und die tatsächliche Wertentwicklung hängt von den gewählten Produkten ab. Auch der Politikwissenschaftler Peter Filzmaier hat im ORF Bedenken zu den Rechenbeispielen geäußert.1
Ja, mit Einschränkungen. Für alle Kinder, die ab 2027 in Österreich geboren werden, soll der Staat ein Startguthaben von bis zu 500 € bereitstellen.5 Die genaue Höhe wird laut Familienministerin Bauer noch verhandelt.7
Die Grünen kritisieren die Finanzierung aus Familiengeldern, weil vor allem Haushalte profitieren würden, die ohnehin mehr zur Seite legen können. Bauer entgegnet, dass auch kleinere Beträge Kindern ein Startkapital sichern können.2
Das ist der Kern des Vorhabens. Nach den bisherigen Plänen bleiben Kapitalerträge im Zukunftsdepot bis zur Volljährigkeit frei von der Kapitalertragsteuer.7 In einem regulären Wertpapierdepot fallen auf Erträge aus Wertpapieren 27,5 % KESt an.4
Wie groß der Unterschied werden kann, zeigt die Tabelle oben. Beim Maximalbetrag von 5.000 € pro Jahr beziffert das Bundeskanzleramt die KESt-Ersparnis nach 18 Jahren auf 24.750 €.2
Eine förderberechtigte Person mit zwei zulageberechtigten Kindern zahlt 300 EUR im Jahr ein. Daraus können sich ergeben:
Zwei Punkte sind dabei noch zu klären. Der erste ist die Finanzierung: Laut Finanzministerium ist die KESt-Begünstigung im Budget bisher nicht vorgesehen und müsste gegenfinanziert werden, etwa aus dem Finanzsektor.2 Der zweite ist die Zeit nach dem 18. Geburtstag. Wie Erträge besteuert werden, die nach der Volljährigkeit entstehen, ist noch festzulegen. Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) hat vorgeschlagen, die Steuerfreiheit auch dann gelten zu lassen, wenn das Geld erst für die Pension oder ein Eigenheim entnommen wird.8
Geplant ist der 1. Jänner 2027. Ob dieser Termin hält, ist derzeit Gegenstand einer Debatte innerhalb der Koalition. Die bisherigen Stationen im Überblick.
Bis ein Gesetz beschlossen ist, bleibt der Starttermin eine politische Absichtserklärung.
Für Familien sind vor allem diese Punkte noch zu klären.
Ein von der Bundesregierung geplantes Wertpapierdepot für Kinder bis 18 Jahre. Eltern sollen darin bis zu 5.000 € pro Jahr anlegen können, die Erträge sollen bis zur Volljährigkeit KESt-frei bleiben.
Geplant ist der 1. Jänner 2027. Das Finanzministerium hält diesen Termin für technisch kaum umsetzbar, Familien- und Wirtschaftsministerium halten daran fest. Die gesetzliche Ausgestaltung steht noch aus.
Ob und in welcher Form flatex das Zukunftsdepot anbieten wird, steht derzeit noch nicht fest. Wir beobachten die regulatorischen und politischen Entwicklungen und informieren unsere Kunden, sobald weitere Informationen verfügbar sind.
Nutzen sollen es Eltern für ihre minderjährigen Kinder, auch für Kinder, die vor 2027 geboren wurden. Das Depot läuft auf den Namen des Kindes
Das Startguthaben von bis zu 500 € ist für Kinder vorgesehen, die ab 2027 in Österreich geboren werden. Die genaue Höhe wird noch verhandelt.
Nach den bisherigen Plänen ja. Kapitalerträge sollen bis zur Volljährigkeit von der KESt in Höhe von 27,5 % befreit sein, Kontoführungsgebühren sollen entfallen. Die Gegenfinanzierung der Steuerbefreiung ist noch offen.
Bis zu 5.000 € pro Jahr und Kind, beginnend ab der Geburt.
Das ist noch festzulegen. Angekündigt ist eine Auswahl aus Produkten mit unterschiedlichem Risiko, zu spekulative Produkte könnten ausgeschlossen werden. Welche Wertpapiere konkret zugelassen sind, regelt erst das Gesetz.
Ab dem 18. Geburtstag soll das angesparte Vermögen dem Kind zur Verfügung stehen. Wie Erträge nach der Volljährigkeit besteuert werden, ist noch offen.
Investitionen in Finanzinstrumente bergen Verlustrisiken. Die Rechenbeispiele beruhen auf einer vom Bundeskanzleramt angenommenen Rendite und sind keine Prognose. Dieser Artikel dient der Information und stellt keine Anlage- oder Steuerberatung dar.
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